Afghanische Kulturverein
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9.09.2007
OSAMA BIN LADEN UND DIE AL – KAIDA CENTRAL
Einem Phantom gleich geistert Osama bin Laden durch die Medien. Im Oktober 2004 hat er das letzte Mal seine Mahnungen und Hetzparolen über Video verbreitet, bis er fast pünktlich zum Jahrestag des 11. September wieder am Bildschirm auftauchte. Theorien wie Mythen ranken sich um diese beinahe legendäre Gestalt, von Anfang an geschürt von den Amerikanern und dem drastischen Bush – Wort: „Ich will ihn – tot oder lebendig!“ Daraufhin flogen die Bomben durch das gigantische, von Vater Mohammed bin Laden modernst ausgebaute Höhlensystem Tora Bora an der afghanisch – pakistanischen Grenze und vernichteten – angeblich – alles. Das internationale Netzwerk Al – Kaida wurde durch die amerikanischen Interventionen leicht ins Wanken gebracht, doch heute ist es als Al – Kaida Central schlagkräftig wie nie zuvor. Im Schatten des zwischen der pakistanischen Regierung und den Taliban im Jahre 2005 geschlossenen Waffenstillstandes in den Stammesregionen der Provinz Waziristan reorganisierte sich Al – Kaida zu einem straff gegliederten Unternehmen. An der Spitze steht Osama bin Laden, es folgt die aus zehn Anführern bestehende Shura, unter ihnen die Brüder Al Zawahiri und die einzelnen „Zellen“, für spezielle Aufgaben wie Finanzen, Logistik oder Anschläge. Die Mitglieder einer Zelle sind festgelegt und kennen einander, um mögliche Infiltrationen zu vermeiden, sie kommunizieren mittels Lab Top, aber die übermittelten Nachrichten sind so gut abgeschirmt, dass sie kaum verfolgt werden können. Das letzte Video wurde von dem eigenen Sender Al Sahab ausgestrahlt, Al – Sahab bedeutet „Wolke“, was ein Hinweis auf den Standort in den afghanisch – pakistanischen Bergen sein könnte, die meist von Wolken verhüllt sind. Der Weg zum Sender ist nebulos wie sein Name und nebulos ist auch der Mann, der vorgegeben hat, Osama bin Laden zu sein. Vor allem in der islamischen Welt sind Zweifel an der Identität aufgetaucht. Der Bart soll zu schwarz sein und mit synthetischer Farbe gefärbt, was nicht Osama bin Ladens Stil entspricht. Doch ob der wahre Osama lebt oder tot ist, wie Manche dem schwer kranken Mann nachgesagt haben, ist irrelevant. Denn eine Galeonsfigur ist vorhanden, die offenbar Respekt gebietet und interessant ist auch, dass in den letzten zehn Monaten in Pakistan kein des Terrors Verdächtiger, auch niederen Ranges wie zuvor, an die verbündeten USA ausgeliefert wurde. Neu ist auch, dass bestimmte „Zellen“ beauftragt sind, neue Mitglieder anzuwerben und finanzielle Unterstützungen zu erbitten. Jedenfalls ist der von Präsident Bush und seinen Getreuen wiederholt verkündete Sieg über den Terror und Al – Kaida nur eine Illusion. Der inzwischen in den Ruhestand getretene Chef des mächtigen pakistanischen Geheimdienstes ISI Asad Durrani meinte kürzlich, dass die Amerikaner mit ihren Bomben sich die Bevölkerung im kritischen Grenzland zu Feinden machten, deren Sympathie zu den Taliban und Al Kaida – Mitgliedern wechselte. „Um bin Laden und seine Verbündeten zu fangen, muss man Geduld haben und leise vorgehen, nicht mit militärischem Radau. Der gute Jäger jagt auch zu Fuß!“
Beatrix Schönfeld – Pfennigbauer
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